Gemeinde Bondorf

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Gemeinde Bondorf
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71149 Bondorf
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Geschichtliches

Die Geschichte Bondorfs

Arbeiten auf dem Feld

Auf dieser Seite können die auf eine kurze Zeitreis in die Geschichte der Gemeinde gehen, hinterlegt mit einigen Bildern aus der Vergangenheit bis heute.

Das fruchtbare Gäu ist bereits seit der Jungsteinzeit (etwa 3.000 bis 1.800 v. Chr.) besiedelt. Das damalige Bauernvolk kam aus dem Osten und baute seine Gehöfte auch auf der Markung des heutigen Bondorfs. 

In den Jahren 150 n.Chr. besetzte die Römer während ihres Eroberungszuges auch Bondorf und besiedelte es mit Gutshöfen. Diese Erkenntnis haben die Ausgrabungen der „Villa Rustica“ im Jahr 1975 verdeutlicht.

Die "Villa Rustica" von Bondorf

Die seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannte römische Ansiedlung auf der Gemarkung Bondorf wurde 1975 großflächig ausgegraben. Dieses Gebiet war seit der Vorgeschichte ein beliebter Ansiedlungspunkt. Mit einer Ausdehnung von 2,5 ha und 12 Gebäuden gehörte diese Ansiedlung aus der Mitte des 2. Jahrhunderts zu den größten Gutshöfen im südwestdeutschen Raum. Neben dem Haupt- und dem Badegebäude, sind ein Tempel, ein Wirtschaftsgebäude, ein Stall und weitere Nebengebäude Teil der Anlage. Die Anlage diente hauptsächlich landwirtschaftlichen Zwecken. Die erwirtschafteten Güter waren sowohl für den Eigenbedarf, als auch für den Verkauf in der naheliegenden stadtartigen Siedlung Rottenburg (Sumelocenna) gedacht. Qualitativ hochwertige Steinskulpturen belegen den Wohlstand der im Gutshof lebenden Menschen. Nach etwa 100 Jahren wurde die "Villa Rustica" etwa 240 n. Chr. von ihren Bewohnern aufgegeben. Die Reste der "Villa Rustica" von Bondorf liegen heute genau unter der Autobahnausfahrt Rottenburg/Bondorf der Bodenseeautobahn A 81.

Luftbild Villa Rustica

Erstmals urkundlich erwähnt

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Bondorf im Jahr 1150 n.Chr. in den Urkunden des Klosters Reichenbach. Damals waren die Grafen des Nagoldgaus die Landsherren von Bondorf, das nach einer auffallenden Baumgruppe ursprünglich Baumdorf genannt wurde. Im Jahr 1363 verkauften die Landsherren die Herrschaft Nagold an die Grafen von Württemberg, weshalb Bondorf bis ins Jahr 1810 zum Amt Nagold gehörte und danach dem Oberamt Herrenberg und im Jahr 1938 dem Kreis Böblingen zugeteilt wurde.

In der Beschreibung des Oberamtes Herrenberg aus dem Jahr 1855 wird Bondorf wie folgt beschrieben: „ Der große Ort, der zu den schöneren des Gäus gerechnet werden darf, hat eine freie, gesunde, im südlichen Teile ebene, im nördlichen gegen den Brühlgrabe abhängige Lage und ist, vermutlich in Folge mehrerer Brandfälle regelmäßiger angelegt als die meisten Orte des Bezirks. Die Gebäude sind meist ansehnlich, Wohlhabenheit verratend, die größtenteils breit angelegten Ortsstraßen sind mit Kandeln versehen…“

Brände begründen ein neues Ortsbild

Tatsächlich sind drei größere Brandfälle überliefert. Im Jahr 1559 den 26. Mai ist Bondorf samt Kirche und Turm bis auf vier Häuser abgebrannt. Am 6. Mai 1685 wurden infolge eines Blitzstrahls 41 Wohnhäuser nebst Scheunen und 16 Ställe Opfer der Flammen. Am 23. Oktober 1815 brannten innerhalb von 2 Stunden abermals 40 Gebäude ab. Die Feuersbrunst konnte von mutigen Bondorfern gerade noch gelöscht werden, bevor sie die Kirche erreichte. Diese Brände brachten zwar viel Elend und Not über die Bevölkerung, führten allerdings auch dazu, dass die engen, winkligen Gässchen in neue Straßen umgebaut wurden und neue, „moderne“ Häuser entstanden.

Die ersten Schulen entstehen

Das Schulwesen regelte zum ersten Mal die „große Kirchenordnung“ von 1559. Zur damaligen Zeit war der Schuldienst fest mit der Kirche verbunden, weshalb sich auch die Schulbehausung auf kirchlichem Boden befand. Das erste Schulgebäude losgelöst von der Kirche ist im Jahr 1819 in der Grabenstraße erbaut und 1841 erweitert worden. 1871 folgte das Schulgebäude im Hailfingerweg und im Jahr 1888 das Schulgebäude in der Hindenburgstraße. Erst im Jahr 1962 wurde mit dem Bau des heutigen Schulzentrums, später ergänzt durch Sportanlagen für Schule und Vereine, in der Alte Herrenberger Straße begonnen und am 25. Juli 1964 seiner Bestimmung übergeben. Aufgrund wachsender Schülerzahlen musste dieser Schulkomplex in den Jahren 1985 und 2005 durch die Errichtung weiterer Gebäude ergänzt werden. 

Im Jahr 1837 entstand das erste Rathaus in der Hindenburgstraße, wobei Bondorf zu dieser Zeit 1292 Einwohner zählte. 1879 erreichte die erste Eisenbahn das Dorf und im Jahr 1905 wurde die Gäuwasserversorgung mit Sitz in Bondorf gegründet. Der erste Strom erreichte Bondorf im Jahr 1907 von der elektronischen Kraftübertragung Herrenberg. Die beiden Weltkriege unterbrachen die hoffnungsvolle Entwicklung von Bondorf. Der erste Weltkrieg forderte 68 Menschenopfer aus der Gemeinde und der 2. Weltkrieg 94 Gefallene. Der Wiederaufbau konnte nur unter großen Schwierigkeiten stattfinden. Arbeitslosigkeit und Inflation mussten überwunden werden. 

Die Nachkriegszeit war vom Wiederaufbau und der Unterbringung der Heimatvertriebenen geprägt. Westlich der Bahnlinie entstand deshalb im Jahr 1950 die Uhlandsiedlung, in der zahlreiche Familien eine neue Heimat fanden. Weitere Baugebiete entstanden in verschiedenen Bereichen der bebauten Ortslage.

Schulzimmer im Jahr 1960
Schule in der Hindenburgstraße

Entwicklung einer modernen Infrastruktur

Mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses im Jahr 1971 begann eine Zeit, die geprägt war von mehreren Baumaßnahmen.

Am 16.09.1972 wurde das neue Rathaus in der Hindenburgstraße 33 seiner Bestimmung übergeben. Das alte Rathhaus aus dem Jahr 1837 konnte schon lange den Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. Außerdem gelang es eine Apotheke im Untergeschoss des Rathauses unterzubringen, diese Apotheke war bis Jahr 1988 im Rathaus untergebracht. Das Jahr 1972 stand außerdem im Zeichen einer weiteren bedeutenden Einweihung. Nach 2-jähriger Bauzeit wurde der erweiterte Friedhof mit der Aussegnungshalle, die im Jahr 2001 nochmals erweitert und modernisiert wurde, fertig gestellt.

Ein besonderer Nachholbedarf stellte in dieser Zeit die Restkanalisation mit Neubau einer Kläranlage dar. Die Kläranlage selbst wurde gemeinsam mit Hailfingen erstellt und 1974 in Betrieb genommen. Ein besonderes Ereignis galt es am 07. Juni 1974 zu feiern, als die lang ersehnte Gäuhalle eingeweiht werden konnte. Diese Mehrzweckhalle ist durch die vielen Veranstaltungen mit bekannten Künstlern von Funk und Fernsehen und vor allem wegen der hervorragenden Entwicklung des örtlichen Vereinslebens nicht mehr wegzudenken. 

Auch das örtliche Gewerbe wurde seit Anfang der 70er Jahre durch die Ausweisung des Gewerbegebiets Zehntscheuer unterstützt. Besonderer Schwerpunkt in der Gemeindeentwicklung mit entscheidender Veränderung des Bildes der Gemeinde und Verbesserung der Infrastruktur war die Ortskernsanierung, im Zuge derer eine umfangreiche Neubebauung mit Wohnhäusern und Ladengeschäften im Ortskern erfolgte. Eine weitere positive Folge für die Ortskernsanierung war die Fertigstellung der Seniorenwohnanlage an der Ergenzinger Straße mit 20 betreuten Wohnungen.

Bau des neuen Rathauses im Jahr 1972

Bondorf auf Wachstumskurs

In den 90er Jahren hat die Hofkammer des Hauses Württemberg auf Ihrer Domäne Niederreutin westlich von Bondorf eine 27-Loch Golfanlage zuzüglich 6 Kurzbahnen gebaut. Das neu gestaltete Gelände mit ca. 120 ha Grundfläche erfreut nicht nur die Golfmitglieder, sondern auch die zahlreichen Besucher aus Nah und Fern, weil sich dieser Bereich zu einem beliebten Freizeitgelände für die Öffentlichkeit entwickelt hat. 

Seit dem Jahr 1998 ist das neue Gewerbegebiet „Am Römerfeld“ unmittelbar am Bundesautobahnanschluss erschlossen. Auftakt war das Logistikzentrum der Firma Multi-Express, einer Tochter der früheren Firma Kriegbaum aus Böblingen. Das Gesamtareal mit 17 ha wurde unmittelbar nach der Fertigstellung weiter veräußert und dient heute als modernes Logistikzentrum. Mittlerweile haben sich in diesem Gewerbegebiet weitere Firmen angesiedelt. 

Im Jahr 2009 wurde das Gewerbegebiet um eine Fläche von ca. 1,1 ha erweitert, um zusätzliche Gewerbeflächen anbieten zu können. 

Ein weiteres Baugebiet Namens „Backenschlag“ ist im Jahr 2000 zwischen der Seebronner und Hailfinger Straße erschlossen worden. Neue, zentral gelegene Wohnbauplätze konnten im Jahr 2008 nahe dem Bahnhof zur Bebauung freigegeben werden. Im Wohngebiet „Nördlich Rosenstraße“ wurden insgesamt 36 Baugrundstücke geschaffen, die teilweise bereits bebaut sind. 

Mehr Lebensqualität für alle Generationen

Als Teil der Ortskernsanierung wurde im Jahr 2002 das Vereins- und Kulturzentrums Zehntscheuer in der Hindenburgstraße fertig gestellt. Aus diesem großen bäuerlichen Anwesen wurde ein Haus für Vereine, Kultur und sonstige Veranstaltungen, die das Leben in Bondorf aufwerten. Mit der Errichtung dieses Baus war die Hoffnung verbunden, dass sich das kulturelle Gemeinschaftsleben der Gemeinde, in Orientierung an die durch dieses Anwesen besonders zum Ausdruck gebrachte dörfliche Geschichte, weiter verbessert, was in vollem Umfang gelungen ist.

In den Jahren 2004 und 2005 wurde ein weiterer Meilenstein der Sanierung des Ortes fertig gestellt, indem der Eingangsbereich der Hindenburgstraße durch die Errichtung des katholischen Gemeindehauses sowie des Pflegeheims „Am Rosengarten“, das von einem privaten Investor errichtet wurde, neu gestaltet werden konnte. Das Pflegheim bietet 92 Pflegeplätze sowie 6 betreute Wohnungen an.

Im Zusammenhang mit der Durchführung der Waldflurbereinigung wurde im Jahr 2005 ein Arboretum angelegt. Unter Arboretum versteht man einen parkähnlich angelegten Wald mit vielen verschiedenen Baum- und Straucharten. Das Bondorfer Arboretum befindet sich im Eingangsbereich des Waldes Bernloch im Westen der Gemarkung Bondorf und soll den Besuchern einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit der heimischen Wälder vermitteln.

Zur weiteren Aufwertung der Gemeinde wurde in den Jahren 2007 und 2008 das Rathaus saniert und im Jahr 2008 die „Ortskernsanierung IV“ begonnen, in deren Zusammenhang Teilbereiche des Ortes neu gestaltet werden sollen. Der Bau eines Parkhauses beim Bahnhof mit 261 Stellplätzen und die Sanierung und Erweiterung des Sportgeländes, mit Umwandlung eines Tennenplatzes in ein Kunstrasenspielfeld, sind weitere Großinvestitionen in die Infrastruktur unserer Gemeinde. 

Diese stürmische Entwicklung war nur möglich, weil Gemeinderat und Verwaltung in guter Zusammenarbeit mit der ganzen Einwohnerschaft die notwendigen Entscheidungen treffen konnten. Dabei war immer wichtig, auf die landwirtschaftliche Tradition Rücksicht zu nehmen, aber gleichzeitig die Gemeinde, den heutigen Ansprüchen gerecht werdend, weiter zu entwickeln. So kann die Gemeinde Bondorf auch in schwierigen Zeiten dank der ausgewogenen Gesamtstruktur zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Garten des Seniorenzentrums "Am Rosengarten"
Hofraum des Vereins- und Kulturzentrums Zehntscheuer